Blogphoto Prayer Wheels 22 2 2016


Kraftwerke positiver Energie

Besuchern am Nyingma Zentrum für Buddhismus, Yoga und Meditation in Köln fällt immer wieder das drehende Gerät auf, das sich Tag und Nacht in unserem Raum für Meditation dreht. Viele fragen sich, was es eigentlich damit auf sich hat. Also, was dreht sich dort im buddhistischen Zentrum in Köln-Nippes im Meditationsraum? Ein Gebetsrad.
Was ist das, ein Gebetsrad?


Der aus dem tibetischen Buddhismus stammende Begriff “Dharma-Rad“ wurde als „Gebetsrad“ (früher weit verbreitet „Gebetsmühle“) ins Deutsche übernommen. Gebetsräder enthalten auf Papierrollen gedruckt die Worte des Buddha sowie Mantras und Gebete und tiefgründige Symbole des Buddhismus.

Also sind alle Lehren Buddhas in einem Rad?
Nein, das wäre ein zu großer Umfang. Verschiedene Aspekte der Lehren Buddhas wurden in Silben mit tiefer Bedeutung „kodiert“, welche als Mantras bekannt sind. Das Rezitieren bzw. Visualisieren von Mantras ist eine vor allem im tibetischen Buddhismus und besonders in der tibetisch buddhistischen Nyingma Schule verbreitete Praxis.
Der Begriff Mantra ist ihnen im Nyingma Zentrum in Köln vielleicht schon begegnet; jeden Freitagabend singen wir gemeinsam ein buddhistisches Mantra und auch an besonderen Anlässen, wie der Puja zum Vollmond oder dem Gedenktag des buddhistischen Meisters Longchenpa, kommen wir zum Mantra-Singen zusammen.
Und weshalb werden Mantras gesungen? Im Buddhismus werden diese tiefgründigen Silben immer wieder rezitiert, um den eigenen Geist zu beruhigen und zu sammeln, und um sich innerlich auf universelle positive Qualitäten wie z. B. Mitgefühl und Weisheit auszurichten.

Und wie funktioniert ein Gebetsrad?
Ein Gebetsrad kann das volle Potenzial und die gesamte Bedeutung des Weges zur Erleuchtung enthalten. Es ist der Glaube im Buddhismus, dass das Drehen des Gebetsrades dem Rezitieren der Mantras gleich ist. Tibeter platzieren Gebetsräder in buddhistischen Klöstern, Tempeln und Bibliotheken, und drehen diese zu verschiedenen Anlässen bzw. bei jeder sich bietenden Gelegenheit, um Mitgefühl und Harmonie zu verteilen, Katastrophen vorzubeugen und um Frieden in der Welt zu fördern.

Gebetsräder waren zwar auch im alten Nepal und Indien bekannt, jedoch haben sie sich nur in Tibet im Alltag etabliert. Auch heute noch werden die Gebetsräder im Buddhismus als Symbole des erleuchteten Wissens verehrt, fähig die heilenden Kräfte des Geistes zu erwecken und seine Fähigkeiten zur Weisheit zu erweitern.

Die Nyingma-Tradition und Gebetsräder
Tarthang Tulku Rinpoche, verwirklichter Meister der ältesten Schule im tibetischen Buddhismus - der “Nyingma-Tradition”, der unser Zentrum in Köln auch angehört - hat es sich zur Aufgabe gemacht, das kulturelle Erbe des tibetischen Buddhismus zu bewahren. Dazu gehört auch das Bewahren der sehr komplizierten Wissenschaft der Gebetsräder, womit auch die Stärkung und Verbreitung des Nutzens erleuchteten Wissens verbunden ist.
In den letzten Jahrzehnten wurden unter Anleitung von Tarthang Tulku mehr als tausend ca. 1m hohe Gebetsräder durch die Nyingma-Organisation hergestellt. Außerdem wurden 100.000 Hand-Gebetsräder hergestellt und in der gesamten Himalaya Region an buddhistische Praktizierende – Nonnen, Mönche und Laien – verschenkt.
Wir am Nyingma Zentrum für Yoga, Buddhismus und Meditation in Köln teilen die Ansicht, dass die Gebetsräder eine beruhigende und heilende Wirkung auf unsere Umwelt und alle Menschen haben - Qualitäten die in unserer heutigen Zeit von besonderer Wichtigkeit sind.
Das Gebetsrad, das sich in unserem Meditationsraum unaufhörlich dreht, enthält 3 Millionen Mal das buddhistische Mantra des Mitgefühls OM MANI PADME HUM. Mit jeder Umdrehung des Rades entfaltet sich die heilsame Wirkung dieser 3 Millionen Mantras und breitet sich in das gesamte Universum aus.

Nyingma Zentrum für Buddhismus, Yoga und Meditation in Köln, 23.02.2016